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Präferenzen

Was du über deinen Körper nicht weißt

und dir auch kein Trainer verrät.

Nun…fangen wir von vorne an, weil das Thema, je nach Betrachtungswinkel, ein wenig vielschichtig sein kann. Solltest du aber einmal verstanden haben, was sich dahinter verbirgt, wird sich die Sicht auf deinen Körper – und die Art und Weise wie du Bewegung wahrnimmst, für immer verändern.

Es wird den Effekt haben, dass du plötzlich verstehst, warum du dein Leben lang gewisse Bewegungsmuster bevorzugt hast und andere Bewegungen zwar ausführen konntest, sie dir aber nie so wirklich lagen.

Eine Gewohnheit ist, wenn du etwas schon so oft gemacht hast, dass es dein Körper besser weiß als dein Verstand.

Joe Dispenza aus „How to Control Your Mind“ (auf YouTube)

Das Gute ist: Es geht uns allen so. Jeder Mensch ist mit gewissen „Bewegungspräferenzen“ geboren, die ein hartes Merkmal darstellen, also nicht veränderbar sind.

Kleines Beispiel? Ich wette, dass du dich immer über die selbe Seite drehst, wenn du bei einem Linensprint drehst, um zurückzulaufen. Richtig? Bei mir ist es übrigens die linke Schulter. Natürlich kann ich mich über rechts drehen, aber instinktiv und wenn ich nicht darüber nachdenke… dann drehe ich mich zu 100% in meiner bevorzugten Drehachse.

So ist es auch bei unseren fiktiven Basketballern Vinzent und Kevin (ja, so alt bin ich). Beides begnadete Basketballer, die es lieben den Ball nach einem misslungenem Wurfversuch des Mitspielers aufzuräumen. Bewegungspräferenzen am Beispiel des Tip-Dunks gefällig? Don’t mind if I do!

Einleitung der Flugphase

Wenn Vinzent den Ball tip-dunkt, dann läuft er vom Flügel an. Noch zwei Schritte bis zum Abflug. Ein tiefer Schritt, den anderen setzt direkt daneben… die Arme schwingen von hinten nach vorne. Der Kopf geht in den Nacken… und er fokussiert den Ball. Aus einem satten, beidbeinigen Stand setzt er über den Schenkel zum Sprung an und…

Kevin? Kevin macht alles anders: Er ist sowieso etwas größer (was aber nichts mit seiner Präferenz zu tun hat) und steht unter’m Korb. Mit schon fast erhobenen Armen und einem Mini-Bodenkontakt aus den Waden, katapultiert er sich nach oben.

Man könnte fast sagen, dass Vinzent Energie aus dem Boden aufnimmt, während Kevin über einen kleinen Sprung seine „Sprungfeder“ erst auflädt. Quasi generiert Vinzent die Energie konzentrisch – also mit einer hohen Kontaktzeit zum Boden, um die Energie aus dem Inneren zu erzeugen, während Kevin plyometrisch springt – also eine kurze Kontaktzeit bevorzugt, um die bereits vorliegende Muskelspannung explosionsartig auszulösen.

So ungefähr sieht das aus:

Wie Vinzent zum Sprung ansetzt…
…und wie Kevin ansetzt.

Die bevorzugte Weise zu springen hat allerdings keinerlei Einfluss auf die Höhe des Sprungs. Es bedeutet nicht, dass konzentrische Springerinnen kategorisch höher kommen als Plyometrische, oder umgekehrt. Wer aber seine eigene Präferenz kennt, kann im Spiel je nach Situation gegensteuern, um das Maximum zu holen.

Kontaktphase mit dem Ball

Wir haben also gesagt, dass Vinzent es liebt, wenn seine Extremitäten sehr nah an seinem Körper sind – das sieht man auch an der Art und Weise wie er springt. Den Ball fängt er neben seinem rechten Ohr… der Ellenbogen ist angewinkelt und er zieht einmal mit dem Brustmuskel durch, um den Ball förmlich durch den Ring zu drücken. Bam!

Kevin dagegen nicht. Er fängt den Ball eher körperfern. Da hat er mehr Kontrolle. Wenn er zum Tip-Dunk ansetzt, dann ist es eher „Punch“. Ausgestreckte Gliedmaßen und Einknicken wie eine Blattfeder. Boom!

Vinzent braucht den Ball nah am Körper..

Kevin… nicht.

Die ultimative Erkenntnis

Natürlich handelt es sich hiebei um ein Modell, dass auf Beobachtungen basiert. Immer, wenn wir versuchen zu kategorisieren und die Welt in schwarz oder weiß zu sehen, bewegen wir uns am Rand. Daher ist es wichtig zu betonen, dass es sich hierbei um Bewegungspräferenzen handelt, deren Kenntnis dabei helfen können das Maximum aus einer Basketballspielerin zu holen. Selbst das bedeutet nur… das das Modell dabei hilft zu erkennen wie man sich in seinem naturell bewegt und die Stärken auszubauen, um ein besserer Basketballer zu werden.

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